Mittwoch, 14.11.2018
JW1R23

Jede Woche ein Rant. Heute… Männliche Seminarpläne

Am Anfang jedes Semesters sitze ich im Seminar und bestaune die Schwänze auf der Literaturliste. Also, nicht solche wie sie mein Sitznachbar in Bio mir in der 9. ins Heft gemalt hat, hehehe (shoutout an die aktuellen Mittelstufler: Malt mal lieber Vulven pls), sondern die männlichen Autoren, die oft so 90% der zu lesenden Literatur stellen. Weil sie Menner und fame sind, steht da dann meistens nur ihr Nachname, außer es gibt Verwechslungspotenzial mit anderen Mönnern, dann stehen alle Vornamen abgekürzt, sieht man auch noch wichtiger aus dann, so W.G. Sebald, T.W. Adorno (gut, er ist wirklich the one and only), C.G. Jung U.S.W.
Aber Frauen mit Nachnamen mit Alleinstellungspotenzial muss man dann doch vollständig auflisten: Sibylle Lewitscharoff, Siri Hustvedt und gerne auch immer wieder Simone de Beauvoir, damit man nicht an diesen anderen Beauvoir denkt, hier Bernhard de Beauvoir oder wie hieß der.
Oft steht stellvertretermäßig ja dann doch ca. 1 Frau drauf. Wie das passiert ist, stelle ich mir in etwa so vor:
[Zwei Penis-Profs im Gespräch:]
„Eh Jo Reinhard, du hast noch gar keine Frau auf deiner Liste!“
„Stimmt Micha, fuck das gibt Stress, sag mal schnell eine?“
„Hmm ah hier dingens, die Ex von Frisch, die dann so suizidal war nach der Trennung!“
„Nice, die nehm ich, thx Micha!“
Bachmann geht halt immer, weil die kennt man jetzt ja echt schon lange plus sie ist tot, sie kann uns nichts mehr plus sie war mit Frisch zusammen und das war doch wirklich ein guter Autor, ahhh *schwelg*, da möchte man direkt wieder zu seinen literaturgewordenen Altherrenphantasien greifen.
Sie klatschen ab und freuen sich über diese durchaus gelungene Liste und lesen noch ein bisschen Suter zur Belohnung (denn ich bin mir sicher Lit.Profs über 50 lesen heimlich Suter und träumen von seinem life).

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