Record of the Week

Widowspeak „Plum”


Widowspeak
„Plum”

(Captured Tracks/Cargo)

„Expect The Best“, das letzte Album des aus Brooklyn kommenden Duos Widowspeak , erschien 2017 und lag eine ganze Weile in meinem Plattenregal, bis ich es doch noch entdeckte und für eine Kolumne andernorts besprach. Drei Jahre zu spät und doch genau richtig. Denn aus all der tollen und auch blöden Musik heraus, die uns umgibt, hat es sich langsam durchgesetz

„Plum”
ist bereits das fünfte Album von Molly Hamilton (v.a. Gesang, Gitarre), Robert Earl Thomas (v.a. Gitarren, Bass, Synthie) und Band und es entbehrt nicht einer gewissen ‚Pacific-Northwestness‘ (tolle Beschreibung aus dem Info der Plattenfirma). Die beiden nehmen auf ihm sowohl die sonnigeren, fluffigen als auch die auf „Expect The Best“ vornehmlich ausgelebten dunklen und warmen Momente auf.


Man höre nur den Titelsong, der bewusst ganz vorne auf dem Album positioniert wurde. Er könnte an kalifornischen Stränden zu in jeder Hinsicht unverbrannten und besseren Post-Trump-Zeiten spielen; und wer weiß, vielleicht besinnt sich die einst größte Demokratie der Welt ja doch noch. An Widowspeak soll es jedenfalls nicht liegen, sie liefern mit „Plum“ den Soundtrack zum Aufbruch ab , gezeichnet von einer leichten Traurigkeit und einer schwermütigen Beschwingtheit.

Hamilton singt passend und süßlich (gleichwohl nie niedlich) von den Dingen und Werten, die uns bestimmen: von Gefühlen des Verlustes und den Erfahrungen, falsche Wege beschritten zu haben, aber eben auch von gesellschaftlichen Prozessen, die auf Zusammengehörigkeit beruhen und einen gemeinsamen Umgestaltungswillen in sich tragen. Dabei kommt – etwa auf „Money“ und „The Good Ones“ – eine ganz feine Lakonie und Ironie nicht zu kurz.„Plum“ wirkt weniger traumpoppig oder schuheglotzend als vielmehr sympathisch majestätisch, wozu die Produktion von Sam Evian (u.a. Cass McCombs, Kazu Makino) und das Abmischen von Ali Chant (u.a. PJ Harvey, Aldous Harding) ihren Teil beigetragen haben dürften.

 

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