WE BETTER TALK THIS OVER #4: „EVERYTHING NOW“ VON ARCADE FIRE (2017)

„Looking for signs of life
Looking for signs every night
But there’s no signs of life
So we do it again“

„Part of me hopes that this record is our stinker, our horrible record.“

Dass die Lyrics von Arcade Fire dystopisch seien, also eine dunkle, bedrückende Zukunft (oder eben Anti-Utopie) porträtieren, schrieb schon mein jugendliches Ich in einem seiner allerersten Texte als aufstrebender Musikjournalist. Mittlerweile hab ich den Artikel gelöscht – ja, er war sehr schlecht –, doch die Verbindung von Arcade Fire zu den literarischen Horrorszenarien, die wir damals im Englischunterricht durchnahmen, erscheint mir weiterhin sinnvoll. So tauchten auf ihrem 2022er Album „WE“ wieder postapokalyptische Szenarien auf: „Where California used to be“, singt Frontmann Win Butler einmal, in einem Song namens „End of the Empire“…

Von Anfang an war dieser Einfluss spürbar, so hatte bereits „Neighborhood #1 (Tunnels)“ – der erste Song auf dem ersten Album von Arcade Fire – dystopische Lyrics aus einer kindlichen Perspektive, mit einem nostalgischen Bild von der Vergangenheit als verblasstes Polaroid.