Reeperbahn Festival 2026 – Vorbericht

Reeperbahn Festival 2026 mit Lady Bitch Ray, Sonic Boom, GiGi Girls, English Teacher…

Reeperbahn Festival 20025  –mit offenen Armen von Claudia Roth präsentiert

 

Das Reeperbahn Festival findet dieses Jahr vom 16. bis zum 19. September statt. Das vielversprechende Line-Up könnte kaum besser sein: HipHop, Psychedelic-Rock, Electronica und noch vieles mehr. Hier kommen nicht nur talentierte Acts, sondern auch neugierige Musikfans und Leute aus der gesamten Popindustrie zusammen. Nachdem ich bereits als Sprecher und Nominierter vor Ort war, darf ich auch diesmal wieder nach Hamburg reisen – gemeinsam mit meinem Kaput-Kollegen Julian aka Ronnie – und über dieses Festival berichten. Hier eine Liste der Acts/Talks, auf die wir uns am meisten freuen. Nachbericht folgt!

von Lennart Brauwers & Julian Wawrzik

BLVTH (Donnerstag, 20:45 Uhr, Molotow)

Als Produzent für Kummer, Casper und Marteria – sowie als humorvoller Musikindustrie-Insider auf Social Media – ist BLVTH eine feste Größe der deutschen Indie-Pop-Landschaft. Mit schrillen Synths, wummernden Beats und emotionsgeladenem Autotune-Gesang erschafft er eine experimentelle Pop/Rock-Mischung zwischen Kraftklub und Goldroger. Viel Swag, viel Emotion.

Sonic Boom (Donnerstag, 22:50 Uhr, Schmidtchen)

Vor allem durch seine Kollaborationen mit Panda Bear hat der britische Songwriter/Produzent zuletzt auf sich aufmerksam gemacht. Doch wahre Indie-Fans kennen ihn natürlich schon länger: Als Mitglied des Neo-Psychedelia-Acts Spacemen 3, und als Kollaborateur von gefeierten Bands wie MGMT und Beach House. Elektronischer Ambient stößt auf Sunshine-Pop a la Beach Boys.

HVOB (Donnerstag, 23:10 Uhr, Docks)

Hypnotisierende Beats zwischen Festival-Electronica und poppigem Melodic-Techno – das österreichische Duo bewegt sich selbstbewusst zwischen Underground-Clubs und Pop-Lineups. Alben wie „TOO“ wickeln dich in sphärische Synths ein und sollten Fans von Labels wie Stil vor Talent oder Kompakt überzeugen. Perfekt, um den Donnerstag ausklingen zu lassen.

GB (Donnerstag, 23:20 Uhr, Imperial Theater)

Den Titel des Albums „Herzsprung“ hat man in den letzten Wochen öfter gelesen, und das zurecht: Der Kopenhagener Musiker GB verbindet darauf melancholischen Indie mit Noise, Fusion und den großen Rockproduktionen der Achtzigerjahre. Aus Dänemark kommt nun schon länger viel Aufregendes – und GB zählt für uns zu den größten Highlights des diesjährigen Line-Ups.

GiGi Girls (Freitag, 21:00 Uhr, Sommersalon)

GiGi Girls sind der Beweis, dass Zeitreisen tatsächlich möglich sind: Ihr lebensbejahender Retro-Charme fühlt sich so an, als kämen sie direkt aus dem Italien der Achtzigerjahre. Dass die Kölner Band dabei durchaus auf alle Klischees des italienischen Synth-Pop zurückgreift, können wir ihnen leicht verzeihen. Dieser ultrasympathische Party-Sound macht einfach so viel Spaß – und wirkt live sogar noch geiler!

Lady Bitch Ray (Freitag, 23:30 Uhr, Bahnhof Pauli)

Die Godmother of Fotzenrap – der Einfluss dieser außergewöhnlichen Deutschrap-Ikone der 2000er Jahre hat es sogar bis ins Morgenmagazin geschafft (siehe Ikkimel). „Sie ist so sexy, und dann auch noch so wortgewandt“, heißt es in einem ihrer Songs – und diese Form von protzigem Selbstbewusstsein ist mittlerweile zum Mainstream geworden. Lady Bitch Ray macht das schon seit 20 Jahren.

English Teacher (Samstag, 21:10 Uhr, Docks)

Dass English Teacher im Jahr 2024 den Mercury Prize für ihr großartiges Album „This Could Be Texas“ gewonnen haben, war absolut verdient: Lange dachte ich, dass die britische Post-Punk-Welle (rund um die Windmill Venue in London) womöglich ihr Ende finden würde, doch Bands wie English Teacher halten das Ganze am Leben. Ein Genuss für Fans von Dry Cleaning, Shame und Black Country, New Road.

Die Cigaretten (Samstag, 21:15 Uhr, Pooca Bar)

Natürlich muss es auf dem Reeperbahn Festival auch Hamburger Bands geben, die die lokale Szene repräsentieren. Die Cigaretten stammen aus dem Audiolith-Kontext, hatten ihren Proberaum Mitten in St. Pauli und stehen für eine halbironische Punk-Tradition aus Hamburg. Garage-Rock, Emo und hingerotzte Sarkasmus-Texte. „Ich wäre gerne wie Stuckrad-Barre“, singen sie – und wollen natürlich das genaue Gegenteil.

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