André 3000 „7 piano sketches“
Wenn man wie ich das Glück hat, sein Geld damit zu verdienen, Musiker*innen bei ihrer Arbeit zu verfolgen, dann, so lässt sich bei nahezu allen meinen Kolleg*innen beobachten, stellt sich mit der Zeit eine von zwei Erkenntnissen ein.
Die eine Hälfte der Zunft wähnt sich – dank des Anschauungsunterrichts, den man quasi en passant erhalt hat – bald schon selbst in künstlerischen Gefilden. Als würde Talent und Handwerk durch bloßen Kontakt einsickern und Teil der eigenen DNA werden, raffen sie nicht nur, wie alles funktioniert, sondern denken, es selbst zu beherrschen: „I got the formula …“
Und so wird man zu DJ-Nächten eingeladen, die vor eigenartigem Selbstbewusstsein nur so triefen. Oder man bekommt – mit Verweis auf die vielen Stunden, die man gemeinsam in Bars und Konzerthallen verbracht hat – eine Bemusterung zugesteckt; man solle doch kurz feedbacken, wie man dieses Tandem-Projekt finde, das nun wirklich gecheckt hat, wie man die Achtziger („Bestes Jahrzehnt, kann man sagen, was man möchte“) mit modernen Produktionsmitteln verbinden könne. „Retromanie geht ja jedem auf den Zeiger“, aber „wir von Baudrillards Brother“ wollen ganz unzynisch da weitermachen wo DAF einst aufgehört haben. …











