Sonntag, 21.10.2018
Bewegte Bilder 2017/2018

Sagt alles ab!

AufmscherFrüher war alles besser. Nicht alles, aber zumindest galt früher doch die erste Januarwoche noch als offizielle Slackerzeit. Doch heuer scheinen alle schon wieder auf Betriebstemperatur zu laufen (oder müssen es). Wir prangern das an – und verführen euch hier mit ein paar Film- und Serientipps von unserem Mann für bewegte Bilder: Florian Kölsch. In diesem Sinne: Sagt alles ab!

5 beste Filme 2017:

1. Die beste aller Welten (Regie: Adrian Goiginger)
Alle zwei, drei Jahre hat man mal einen Film, der einen derart packt, berührt und staunend zurücklässt, dass man danach einfach nur eine Viertelstunde innehält und leise zu sich selbst sagt: Ich habe gerade ein ganz, ganz großes Stück Kino gesehen. Und genau das ist der österreichische Spielfilm „Die beste aller Welten“. Im Salzburg der 1990er kämpft eine Heroin-abhängige mit ihrer Sucht und versucht gleichzeitig ihrem Sohn eine schöne Kindheit zu ermöglichen. Eine wahre Geschichte mit überaus guten Darstellern. Genial in der Hauptrolle der Mutter: Verena Altenberger.

2. Hell or High Water (Regie: David Mackenzie)
Ein ganz großer Actionthriller, geschrieben von einem der talentiertesten Drehbuchautoren im aktuellen Biz, Taylor Sheridan. Knallhart, toll gefilmt und mit einem überragenden Cast. Neben Jeff Bridges und Ben Foster brilliert vor allem Chris Pine, der wohl unterschätzteste Darsteller Hollywoods.

3. Baby Driver (Regie: Edgar Wright)
Der neueste Film von Edgar Wright, einem der letzten wenigen Regisseure mit einer deutlichen filmischen Handschrift, um einen jungen Fluchtfahrer in Atlanta ist eine Rückkehr zu alter Stärke: Perfekt choreographierte Verfolgungsjagten, tolle Musikauswahl. Der Film ist spannend, gleichsam urkomisch und voller, jetzt schon legendärer Charaktere. Besonders genial: Die Eröffnungsszene.

4. Jim & Andy (Regie: Chris Smith)
In einem eher katastrophalen Jahr für Netflix-Abonnenten, bei dem der Großteil der vom Streaming-Dienst produzierten Serien und Filmen eher leicht verdauliches und vor allem leicht vergessbares Mittelmaß waren, sticht diese Dokumentation positiv heraus: Die legendären Dreharbeiten zu Milos Formans „Der Mann im Mond“ stehen im Mittelpunkt, bei denen Jim Carrey sich durch besonders passioniertes Method Acting in den von ihm portraitierten Charakter des US-Comedians Andy Kaufman verwandelte. Ein faszinierendes Stück Filmgeschichte – liebevoll aufbereitet von Regisseur Chris Smith („American Movie“).

5. Good Time (Regie: Safdie Brothers)
Eine Nacht, die man nicht vergisst: Robert Pattinson lässt sich von den Safdie Brothers durch New York jagen, erlebt eine Nacht, in der alles schiefläuft, was nur schieflaufen kann. Ein Fiebertraum, kongenial untermalt von der Musik von Oneohtrix Point Never.

3 beste Serien 2017:

1. Better Call Saul
Nach wie vor meine liebste Serie auf Netflix: Der Slowburner mit Bob Odenkirk zieht seine Energie aus den vermeintlich belanglosen Momenten, aus der Stille, aus den abseitigen Ereignissen – und das Rezept funktioniert von Staffel zu Staffel besser.

2. Das Verschwinden
Deutsches Fernsehen kann so viel, wenn es denn nur will: Regisseur Hans-Christian Schmid („Requiem“) inszeniert seine vierteilige ARD-Mini-Serie über das Verschwinden eines jungen Mädchens, das sich in die Crystal Meth-Szene in Ostbayern verstrickt hat, als düsteres Drama mit trüben Bildern. Perfekte musikalische Untermalung liefern übrigens The Notwist.

3. Fargo
Nach wie vor gut ist das Qualitätsformat „Fargo“. Toll spielt in Staffel 3 vor allem David Thewlis als manisch-undurchsichtiger Bösewicht. Den absurd-lakonischen Humor, die unausweichliche Spannung, hat „Fargo“ zwar auch in Staffel 3 noch nicht verloren – doch so besonders wie in den Staffeln zuvor ist es nicht mehr ganz.

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