Social Media Gagvögel ohne Ehre

Berliner Polizei diskreditiert Clubs für Like-Bombe auf Social Media

30. November 2020,

Hey es geht doch noch tiefer mit dem Niveau bei der Polizei Berlin. Diese Geschichte hier mag auf den ersten Blick vielleicht wie eine Kleinigkeit anmuten, also im Vergleich mit den anderen „Kleinigkeiten“ die sich diese enthemmte Behörde jeden Tag leistet, aber sie zeigt deutlich, wie dreist und schamlos die Polizei Berlin in ihrer Öffentlichkeitsarbeit lügt und Fakten verdreht. Inzwischen macht sie das gar nicht mehr nur, um eigene Fehler zu kaschieren oder Kritiker*innen zu diskreditieren, sondern einfach nur für ne geile Story auf Facebook und ein paar Likes (ok – es sind ein paar tausend Likes). Ein Kommentar von Artur Schock.

Damit ihr dieser Nummer nicht auch noch Klicks schenken müsst, um im Bilde zu sein, hier das Posting der völlig grenzüberschreitenden Social-Media-Abteilung der Bullen als Ganzes:

Die ganze Geschichte unten ist in ihren wesentlichen Punkten nicht wahr. Wie es wirklich war, hat der Club auf seiner Facebook-Seite geschrieben:

Aus gewöhnlichem CBD werden illegale Drogen Aus einem stinknormalen Laden wird ein „Privatclub“, (was natürlich gleich suggeriert dass hier Corona-Auflagen verletzt werden) hinter einer versteckten Tür, die die flinken Polizisten aber natürlich sofort entdeckt haben. Was für ein Quatsch alles. Jeder weiß um diesen Club und auch um den Gag mit dem Kühlschrank. Es steht überall. Auch die Polizei weiß es natürlich.

Die Polizei Berlin benutzt hier ihre 200k starke Facebook Präsenz um sich über einen geschlossen Club und einen kleine Späti lustig zu machen und sie vorzuführen. Das dabei der Ruf dieser beiden komplett legalen und gerade sowieso gebeutelten Läden durch Verdrehungen und Halbwahrheiten zerstört wird, wird wissentlich in Kauf genommen für eine witzige Like-Bombe auf Social Media.

„Wir sind die Polizei, wir dürfen uns auch mal derbe Scherze auf Kosten anderer erlauben. Das sind doch eh alles dumme Verbrecher. Zumindest Potentiell.“ ist hier das Motto.

Erst vor ein paar Wochen hat die Berliner Polizei nach einer angeblichen „Fetischparty“ in der Alten Müntze einen Beitrag gepostet, wo mit Anspielungen, Falschdarstellungen und Herrenwitzen die Besucher*Innen einer Veranstaltung vor den eigenen hunderttausenden Followern vorgeführt und mit Spott überzogen wurden.
Selbstredend gibt es keine Korrektur und auch keine Richtigstellung, egal wie oft man drauf hingewiesen wurde, dass man hier als Behörde, die eine große Autorität hat, einfach nur Stuss verbreitet und damit Menschen schadet. Egal. Die deutsche Polizei wäre nicht die deutsche Polizei wenn sie auch nur den kleinsten Fehler eingestehen könnte. Außerdem ist die Story in echt halt einfach nicht mehr so lustig.

Es wirkt so, dass sich Berliner Clubs nicht mehr nur vor Verdrängung fürchten müssen, sondern auch vor der „witzigen“ Social Media Abteilung der Polizei.

TEXT: Artur Schock

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