Die Open-Air-Schatulle

Hard Pop Days 1997 – Ein Flashback

Ein Festival-Poster – eine Welt. Carsten Balk hat das Plakat und Fotos der Bremer Hard Pop Days von 1997 wiedergefunden. Komische Acts sahen sich damals gemischt, eine Rapperin, eine von Nazivorwürfen begleiteter Crossover-Metal-Act, Der Wolf direkt vor Henry Rollins und die Typen von der Terrorgruppe. Carsten lässt sich für uns auf einen Flashback zu dieser Veranstaltung ein.

Type O Negative, das war die Band des in der Musikszene der 90er stets kontrovers diskutierten Peter Steele (mittlerweile verstorben). Seltsame Interview-Aussagen sowie provokative Textzeilen seiner vorherigen Band Carnivore schwirrten in der Prä-Internet-Zeit durch Fanzines und wer etwas auf sich hielt, fand Type O Negative mindestens problematisch. Und so sagten wegen jener aktuellen Steele-Band als Headliner im Vorfeld beispielsweise Tocotronic und Die Sterne ihre Engagements bei den Hard Pop Days ab.

Doch auf der Veranstaltung selbst war es dann aber besonders Sabrina Setlur, die einigermaßen deplatziert schien – und mit dem Publikum zu kämpfen hatte. Ein Publikum, das sie mit Bechern, Matsch und allem, was man sonst so greifen konnte, bewarf, während ihr damaliger Backgroundsänger Xavier Naidoo von der Bühne zurückpöbelte. Aus heutiger Sicht hätte man natürlich eher Xavier bewerfen sollen. Man muss aber zugeben, dass sie das ziemlich souverän gemeistert hat: „Das nächste Lied ist für euch, es heißt ‚Du liebst mich nicht'“.
Aufmerksame Hörer des Gear of the Dark Podcasts erinnern sich vielleicht noch an die Story, die Mantar Sänger Hanno in einer der letzten Folgen erzählte, der mit seinem Kumpel nach Eierwürfen (Eier!!!!) vor der Festivalsecurity flüchten musste. Das war auf diesem Festival. Nun gut…
Wenn ich mich richtig erinnere, hat Der Wolf direkt vor der Rollins Band gespielt und wie toll ist das denn? „Oh Shit, Frau Schmidt“ und dann Henry mit seinen Posen und der „Yeeeah, I love pain“-Attitüde? Großartig.

Quelle: Netzfund

Ein paar extra Coolnesspunkte gibt es für @schoenerhamsterracingteam, der wenige Wochen vor dem Festival mehrere Flaschen harten Alkohol am Bremer Unisee vergraben hatte, um nach Festivalbeginn festzustellen, dass sich die ausgesuchte Stelle auf der falschen Seite des Zauns und damit außerhalb des Festivalgeländes befand. Mehrere Bergungsversuche schlugen fehl (die Security war wohl irritiert, dass es Leute gab, die über den Zaun aus dem Festival RAUS klettern wollten, drohte aber dennoch mit Rauswurf 🤣), so dass die Flaschen auch heute dort noch liegen. Falls also jemand Bock hat, 24 1/2 Jahre gut gelagerten Weinbrand zu trinken. Nur zu…

Gegenwind gab es für Type O Negative dann trotzdem auch noch mal vor Ort:
Und zwar seitens der Terrorgruppe: Sie musste morgens um 11 als erste auf die Bühne, Verstärker wurden aufgerissen, Akkorde angeschlagen, Ansage: „Das erste Lied ist für den Sänger von Type O Negative. Es heißt: ‚Opa, halts Maul'“ …

Terrorgruppe auf den Hard Pop Days 1997

Text: Carsten Balk

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