Unterwegs mit Loobie

Auf 1 Buch und 1 Kaffee mit Loobie Lofi – Feat. Sinclair Lewis, Juan Rulfo, Mohamed Mbougar Sarr

Wie viel Kaffee und vor allem wie viel Bücher kann man eigentlich schaffen in so einem Monat? Wenn es nach der Nerd-Legende Loobie geht, sind es weit mehr als bloß drei. Für uns hat er trotzdem sein Imperium auch im September auf die drei schönsten Empfehlungen eingedampft. Lasst euch inspirieren. Hebt eigene versunkene Schätze aus dem Regal oder vom Dachboden – oder entdeckt ganz neue.

Sinclair Lewis: „Benzinstation“ (im Original Free Air 1919)

Wann kennengelernt: Anfang der 2000er
Warum wiederentdeckt: Die derzeitige politische Lage in den USA könnte einen unerschrockenen „Staubaufwirbler“ wie Sinclair Lewis Anfang des 20. Jahrhunderts durchaus gut gebrauchen
Worum geht’s: Abenteuerlicher Roadtrip einer unerschrockenen, selbstbewussten jungen Frau und einem jungen, sympathischen, bodenständischen Garagenbesitzer
Assoziationen zum Autor: Erster US-amerikanischer Literarturnobelpreisträger 1930 (für Babbitt); arbeitete an der von Upton Sinclair und Jack London gegründeten sozialistischen Schule Helicon Hall; rororo
Kaffee: Äußerst leckerer veganer Flat White im Intro Cafe Karlsruhe, wo auch das vegane Croissant und das Granola mit Fruchtpüree sehr zu empfehlen ist
Zitat aus dem Buch: „Nun, es gibt kein Land auf der Welt, das hysterischer werden kann – ja, oder kriecherischer! – als Amerika.“
Songs that come to my mind: Supergrass „Moving“; Bikini Kill „Rebel Girl“; Elastica „Car Song“.
Interessant: Lewis schrieb sowohl heiter und beschwingte Romane wie „Free Air“, führte aber auch scharfe Angriffe gegen geistige Enge, Vulgarität, Unwissen, Profitgeist und Kleinstrebertum.

Juan Rulfo: „Pedro Paramo“ (1955)

Wann kennengelernt: Vor etwa 10 Jahren durch einen mexikanischen Hausbewohner.
Warum wiederentdeckt: Manche Tage im Juni 2026 erinnerten mich ob der Hitze sehr an dieses Buch.
Worum geht’s: Eine sehr surreale Reise des Juan Preciado zum Wohnort der Vaters Comala, zu lebenden Toten durch verwüstete und entvölkerte Orte.
Assoziationen zum Autor: Mexiko; magischer Realismus; Gabriel Garcia Marquez; Liebesbriefe an Clara
Kaffee: Erfrischender Cold Brew Latte im veganen Cafe drei & zwanzig.
Zitat aus dem Buch: „Warten Sie nur ab. Sie werden die Hitze noch stärker spüren, wenn wir nach Comala kommen. Das liegt auf glühender Erde, geradewegs am Eingang der Hölle. Wenn ich Ihnen sage, dass von denen, die dort sterben, viele aus der Hölle noch mal zurückkehren, um sich eine Decke zu holen“ / „Er ging hinaus und sah zum Himmel empor. Es regnete Sternschnuppen. Schade! Gern hätte er den Himmel in großer Ruhe über sich gesehen.“
Songs that come to my mind: 16 Horsepower „Black Soul Choir“; Kool And The Gang „Too Hot“; Nelly „Hot in here“
Interessant: Susan Sontag sagte zu diesem Buch „Pedro Paramo ist nicht nur ein Meisterwerk des zwanzigsten Jahrhunderts, sondern eines der Bücher, die den stärksten Einfluss auf die Weltliteratur in diesem Jahrhundert ausgeübt haben“

Mohamed Mbougar Sarr: „Die geheimste Erinnerung des Menschen“ (2021)

Wann kennengelernt: Empfehlung Deutschlandfunk Kultur vor ein paar Jahren.
Worum geht’s: Rauschhafte Tage und Nächte; ein legendäres, verschollenes Buch namens das Labyrinth des Unmenschlichen des verschwundenen Verfassers T.C Elimane ; Das Erbe des Kolonialismus
Assoziationen zum Autor: Prix Goncourt; Senegal; Rimbaud
Kaffee: Schmackhafter Flat White im Cafe Bertis Karlsruhe, wo ich jede Art von Frühstück und vor allem den Maracujakuchen empfehlen kann
Zitat aus dem Buch: „Nichts wissen sie. Es ist oberflächlicher Frust, leichtfertiger Pessimismus verkleidet als Klarsicht, der Zynismus des Wegschauens, der sich hinter der Maske des weisen Fatalismus versteckt, Angst vor dem Leben, getarnt als Philosophie der Sorge.“ / „Du hast dich nicht geändert. Du denkst immer noch in Floskeln, an die du vielleicht selbst nicht glaubst. Das ist die wahre Angst vor dem Leben. Das bricht dir eines Tages das Genick. Aber ich habe dich gewarnt.“
Songs that come to my mind: Ausgewählte Songs aus M.M. Sarrs Playlist zum Buch: Ali Farka Toure / Ry Cooder „Ai Du“; Nina Simone „Sinnerman“; Miriam Makeba „Malaika“
Interessant: M.M.Sarr gewann den Prix Goncourt im Alter von 31 Jahren; jüngster Gewinner seit meinem Geburtsjahr 1976.

Verlagssitz
Kaput - Magazin für Insolvenz & Pop | Aquinostrasse 1 | Zweites Hinterhaus, 50670 Köln | Germany
Team
Herausgeber & Chefredaktion:
Thomas Venker & Linus Volkmann
Autoren, Fotografen, Kontakt
Advertising
Kaput - Magazin für Insolvenz & Pop
marketing@kaput-mag.com
Impressum – Legal Disclosure
Urheberrecht /
Inhaltliche Verantwortung / Rechtswirksamkeit
Kaput Supporter
Kaput – Magazin für Insolvenz & Pop dankt seinen Supporter_innen!