Dschungel

„Am Herzen liegen mir: Tiere und Take That“ – Anja Rützel im Gespräch

Anja Rützel gilt nicht zu Unrecht als das Gottesurteil, das guten von schlechtem Trash unterscheidet – vor allem im TV. Als Spiegelkolumnistin unterhalten ihre Texte über Dschungelcamp und ähnliches regelmäßig eine große Fangemeinde. Doch Rützel ist jetzt auch eine Art Varieté-Star, zumindest ist angesetzt, dass sie am Sonntag 15.12. in Köln im Alten Pfandhaus über die Bühne paradiert. Zusammen mit Stefanie Schrank, der Bassistin der Band Locas In Love. Was passiert und wie Anja den Dschungel mittlerweile wirklich findet? Linus Volkmann hat sie einfach gefragt. 

Anja, du hast das Platteninfo für Stefanie Schrank geschrieben, ihre Band Locas in Love trat einst schon mal bei deiner Biberbuch-Releaseshow auf … Mit dieser Gruppe verbindet dich augenscheinlich einiges. Aber was eigentlich genau?
ANJA RÜTZEL Ich war vor einigen Jahren tatsächlich mal für ein paar Tage Ersatz-Tourmanager bei ihnen, das hatte sich spontan nach einem Locas-Konzert in Hamburg ergeben, nachdem ich ihnen einen ausgestopften Dachs aus meiner umfangreichen Präparatsammlung als Bühnendeko geschenkt hatte. Ich bin dann am nächsten Morgen einfach mitgefahren und fand das sehr aufregend, wie ich mich bei meinem Job als Redakteurin der Financial Times Deutschland krank meldete, um mich dem fahrenden Zirkus anzuschließen, und es war dann auch sehr lustig und schön.

Bei deiner Veranstaltung jetzt in Köln mit Steffi Schrank liest du nicht aus Deinem aktuellen Buch über Take That – was geschieht stattdessen?
Geplant ist eine vollumfängliche Verherrlichung von Tieren, die sonst eher selten im Rampenlicht stehen, also von Molchen, Schaben und Ameisenbären, und zwar in Wort, Bild und Musik. Tanz: Mal sehen. Außerdem kläre ich darüber auf, dass die vielgeliebten Alpakas in Wahrheit echte Sausäcke sind, das ist längst überfällig.

Man muss nicht mal super aufmerksam dein Werk lesen um zu wissen, dass du eher introvertiert bist. Hand aufs Herz: Wie gut oder schrecklich findest du denn die Entwicklung, dass du demnächst wieder vermehrt auf Bühnen sitzen wirst?
Tatsächlich wollte ich so etwas eher vermeiden, als ich mir seinerzeit meinen Beruf aussuchte: Die Idee war ja, über Menschen zu schreiben, die auf Bühnen Faxen machen, und das auf keinen Fall selbst zu tun. Inzwischen bin ich allerdings überrascht, wie wenig schlimm ich diese Auftritte finde, was bestimmt auch daran liegt, dass es dabei ja immer um Themen gibt, die mir sehr am Herzen liegen, also aktuell Tiere und Take That, und über die ich problemlos stundenlang schwadronieren kann. Ich ärgere mich derzeit allerdings grün und blau, dass ich zu bewegungsvertrottelt bin, um die Originalchoreo von „Pray“ von 1993 einzustudieren, die würde ich auf meinen Take-That-Lesungen im Januar wahnsinnig gerne vorführen. So weit ist es gekommen.

Januar ist wieder Dschungel. Reizt es dich noch oder ist spätestens mit dem Tode Walter Freiwalds alles zu spät?
Jedes Jahr verkünde ich am letzten Dschungeltag ja theatralisch, dass jetzt aber wirklich Schluss damit ist und ich im nächsten Jahr nichts mehr davon wissen will. Aber jeden November patsche ich dann doch wieder wie ein dummer Seehund in die Hände, wenn die Kandidaten geleakt werden, weil ja doch immer jemand dabei ist, auf den ich mich freue. Dieses Jahr liegen meine Hoffnungen vor allem auf Elena Miras, die ich sehr verehre, und außerdem habe ich die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, dass die Wendlersche Kindsbraut entgegen aller Dementi doch noch einzieht und es zum Gigantenkampf zwischen ihr und Claudia Norberg, Wendlers Exfrau, kommt.

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ANJA RÜTZEL live:

„Anja Rützel – Introducing: RAF – Rützel Animal Friends & Stefanie Schrank“
Sonntag 15.12. / 20 Uhr / Altes Pfandhaus, Köln

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Noch mehr Rützel? Why not! Hier ein aktueller Podcast, mit dem wir von kaput nichts zu tun haben, aber in dem Rützel über den Tod von Tieren erzählt. 

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