Thank Me Later – Playlist

Thank Me Later 21 w/ Die Arbeit

Die Arbeit (Photo: Tine Jurtz)

Ein Wort geistert durchs Land: Shutdown. Schulen, Bibliotheken und Theater werden geschlossen, Menschenansammlungen gilt es zu vermeiden. Für die Musikfans heißt das: Keine Konzerte, keine Clubs, Nichts geht mehr. Zumindest nicht außer Haus und somit wird Streaming gerade noch wichtiger als ohnehin.

Auch hier an dieser Stelle geht’s natürlich weiter und auch die Gästeliste bleibt erstklassig – Ladies and Gentlemen: Die Arbeit!
Das Dresdner Post Punk Quartett veröffentlichte vor drei Wochen das aktuelle Album “Material” und freut sich seitdem über eine begeisterte Kritik nach der anderen. Zu Recht. Uns liefern sie diese Woche nicht nur eine höchst spannende List (Blixa Bargeld! Düsseldorf Düsterboys! DAF! The Kills! Kraftwerk!) sondern dazu einen angesichts der Lage beinahe seherisch anmutenden Begleittext:

“Unser Beitrag zur Playlist ist eine Art Hexenkessel. Beziehungsweise mehr eine Zutatenliste. Improvisation steht da drauf. Songs ohne Anspruch einer Aufklärung. Unbeugsam. Ungerade. Die Abwesenheit von Vorgaben oder Restriktionen kann zu uneingeschränkter Entfaltung führen. Die Einstürzenden Neubauten zum Beispiel benutzten für ihr Songwriting einige Zeit ein Kartensystem, bestehend aus 80 Karten. Jedes Bandmitglied zog eine Karte und übertrug die damit empfundenen Assoziationen auf sein Instrument. Keiner wusste was der andere gezogen hatte. Das Ziel war größtmöglicher Zufall. Fantastisch!”

“Unsere eigenen Songs entstehen meistens aus Improvisationen. Je höher das Maß an Improvisationen bzw. Zufall, um so außergewöhnlicher kann der Song ausfallen, um so authentischer sind alle Beteiligten. Diesbezüglich haben wir eine gute Intuition entwickelt.
Zurück zur Liste und direkt rein in die Dunkelheit. Wir mögen es wenn es dunkel wird. Einige frühe Vertreter der NDW Szene, auch der Cold Wave- und Darkwave Szene spülten eine angenehme Kälte und gleichsam auch ekstatische Wärme in die Gehirne. Und alle hatten die unerschrockene Bereitschaft sich mit der Dunkelheit zu beschäftigen. Ja, fast schon mit einem Tabu. Wir denken, wir müssen bereit sein, uns mit Dunkelheit und Verzweiflung auseinander zu setzen, und dies so oft wie es notwendig ist, ohne zu verdrängen, ohne den Versuch zu unternehmen, dem Unvermeidlichen aus dem Weg zu gehen. Dadurch ist Tiefe möglich, die Überwindung von Naivität und das erreichen innerer Ordnung. Die Dunkelheit ist unweigerlich ein Aspekt unserer Psyche. Wie wir finden, ein sehr attraktiver. Wir mögen Musik die diesen Bereich beachtet.
Schön auch, MONOTONIE. Schon das Wort ist ein Gedicht. Übersetzt in Musik ist es wie eine Art Atmung. Eine Grundlage, auf der Nuancen intensiver hervortreten können. Walter Benjamin (ein Philosoph des späten 19. Jahrhunderts, Anm. d. Red.) hat mal gesagt: „ Platz schaffen“. Er meint damit den Platz den es braucht um Unsichtbares sichtbar zu machen. Also keine Angst vor Wiederholungen!”

Das kann muss man erstmal sacken lassen.
Leider bröckeln auch hier die ersten Tourtermine weg, für März wurden gerade Frankfurt, Karlsruhe und Solingen abgesagt. Ob die weiteren Shows gespielt werden können steht noch in den Sternen; an Ersatz wird – no pun intended – gearbeitet.

23.4. – Café Wagner, Jena
24.4. – GiG Kneipe, Halle
25.4. – KulturQuartier, Erfurt
27.6. – Hometown Festival, Großmehlen
3.11. – Café Glockenspiel, Hannover
4.11. – VEB, Hildesheim
11.11. – Rhiz, Wien
12.11. – Music House, Graz
13.11. – Stadtwerkstatt, Linz

Wir wünschen allen Bands, Bookern, Veranstaltern, Tontechnikern, Promotern, Autoren, Fotografen und natürlich allen anderen Leidtragenden der Kunst- und Kulturszene ein schnelles Ende des Ausnahmezustands. In diesem Sinne: Hilfen für Freiberufler und Künstler während des “#Corona-Shutdowns” – Online-Petition.
Bleibt alle gesund und genießt die Musik!

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