prädikatkaput: die VUT Class of 2026
Independent war nie einfach nur eine Frage der Betriebsform. Es ging immer auch um die Behauptung, dass Musik mehr sein kann als Ware, Kultur mehr als Standortfaktor und künstlerische Freiheit mehr als ein leeres Versprechen. Ein Anspruch, der im Jahr 2026 von allen Seiten bedroht ist.
Doch während vielerorts an Kulturförderung gespart wird und wirtschaftliche Verwertbarkeit wieder zum wichtigsten Maßstab erhoben werden soll, bleibt die unabhängige Musikszene ein Ort, an dem ästhetische Risiken eingegangen, neue Perspektiven erprobt und Gegenentwürfe entwickelt werden.
Genau darum geht es auch bei den VIA Awards. Bereits zum 14. Mal zeichnet der Verband unabhängiger Musikunternehmerinnen (VUT) am 17. September im Schmidts Tivoli auf dem Reeperbahn Festival Künstler:innen, Labels, Unternehmen und Projekte aus, die nicht deshalb herausragen, weil sie den Markt dominieren, sondern weil sie dessen Routinen in Frage stellen und nicht selten dabei unterlaufen – und verteilt dafür Preisgelder von insgesamt 10.000 Euro.
Die 18 Nominierungen der VIA-Shortlist 2026 zeigen einmal mehr, wie breit Independent heute verstanden werden kann: von radikalen Klangexperimenten über engagierte Labelarbeit bis hin zu neuen Modellen musikalischer Infrastruktur. Was die Nominierten verbindet, ist die Überzeugung, dass (Musik)Kultur dort am spannendsten wird, wo Gewissheiten hinterfragt werden und künstlerische Eigenständigkeit wichtiger bleibt als Kalkulierbarkeit.
Oder, um es mit kaput zu zu sagen: #prädikatkaput.
Genug der Theorie. Hier kommt die VUT Class of 2026:
Beste:r Newcomer:in
- Charlotte Colace
- Die Anstalt
- Josi
Bester Act
- Enji
- Lambrini Girls
- Mariybu
Bestes Album
- Ozan Ata Canani – „Die Demokratie“
- Sophia Kennedy – „Squeeze Me“
- Stefanie Schrank – „Forma“
Bestes Label
- Bretford Records
- Clouds Hill
- Mistunes
Bestes Experiment
- Disturbed Ground
- Interspecifics
- Viola Yip – “Liminal Lines”
Best New Music Business
- Open Ground
- ROKK
- Vinyl Manufaktur








