Nach Hause kommen mit guten Vorsätzen mit Anadol & Marie Klock
Am 15. Mai erscheint mit „Manivelles“ endlich das neue gemeinsame Album von Anadol (aka Gözen Atila) und Marie Klock. Kennengelernt haben sich die beiden 2022 auf einem Festival in England, wie sie Kaput 2024 im Interview zum gemeinsamen Debütalbum „La grande accumulation“ erzählten. DIe Kooperation führte die beiden wenig später auf die Insel Büyükada bei Istanbul, wo zwischen Meeresnebel, Fährrhythmen und urbanem Inselgerümpel verspielt-unberechenbare Songs entstanden. Das neue Album ist diesmal gleichermaßen in Paris und Istanbul entstanden.
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Die erste Single „Rentrer à la maison“ gibt nun einen Vorgeschmack. Das zughörige Video entstand unter der Regie von Timo Schierhorn & UWE (Auge Altona), bekannt unter anderem für ihre opulanten Clips für Deichkind, wobei sie sich ästhetisch diesmal ganz auf Anadol und Marie Klock eingelassen haben und einen Dackel baden lassen. Dieses Gefühl, „begossen“ dazustehen, während man mit den Neurosen der Eltern konfrontiert wird, fängt der Hund voll gut ein.
Aber seht selbst:
„Hier noch der Text (übersetzt aus dem Französischen mit Hilfe eines kleinen Roboters aus dem Silicon Valley), für all jene, die mehr wissen wollen:
„Rentrer à la maison“ / „Nach Hause kommen“
Die Arme voller Geschenke, du hast deine Eltern seit sechs Monaten nicht gesehen.
Du hast dich schick gemacht, fühlst dich gut, hast es im Leben eigentlich zu was gebracht.
Aber es geht schon los, wenn du die Tür öffnest: Mama findet, du hast zugenommen,
Papa quatscht dich mit seinen Krankheiten voll: Verrenkung, Arhythmie, Neuralgie!
Steht etwa „Apotheken Umschau“ auf deiner Stirn?
Und keiner hat gefragt, wie es dir geht. (Oh super, ich nehme Antidepressiva.)
Du wolltest eine gute Tochter sein… das wird dann wohl beim nächsten Mal.
Refrain:
Nach Hause kommen,
mit guten Vorsätzen,
um sie sich dann in den Arsch zu schieben,
schön tief, schön tief.
Papa hat dich geschlagen, Mama hat gedroht, aus dem Fenster zu springen,
und hat dir gesagt, dass du hässlich bist. Also:
Es reicht schon, wenn du zum hundertsten Mal ihre Anekdoten über den Mai ’68 hörst,
damit du in dich zusammenfällst wie ein labberiges Sandwich.
Ein Lächeln, eine Macke, die Art zu atmen – und du gehst sofort an die Decke.
Wo ist die Liebe? Nie davon gehört.
Es ist die Geschichte der Menschheit: Bei deinen Eltern bist du ein Baby.
Aber dieses Haus ist nicht mehr deins, es ist nur noch das deiner Kindheit.
Und falls deine Kindheit beschissen war: Hier ist ein Benzinkanister.
Refrain:
Nach Hause kommen,
mit guten Vorsätzen,
um sie sich dann in den Arsch zu schieben,
schön tief, schön tief.“
Anadol & Marie Klock, „Manivelles“ (Pingipung / Indigo / Zebralution)
Directed and edited by Timo Schierhorn & UWE
Director of Photography: Timo Schierhorn
Assistant Editor: Romy Twickel
Produced by Auge Altona









