Video Premiere – Gío "Mirrors & Smoke" + Kurzinterview mit Johannes Stankowski

Gío „Mirrors & Smoke“

Johannes Stankowski (Photo: Christian Faustus)

„Tell me who is tearing me away from your heart
there must be someone
ooh you treat me like a stranger
and it’s sad to see we’re slowly drifting apart“
(aus „Mirrors & Smoke“ von Gío)

 

Der Kölner Träumer und Musiker Johannes Stankowski meldet sich mit einer wahren Pop-Hymne unter dem Signet Gío zurück. „Mirrors & Smoke“, die erste Single aus dem für Herbst anstehenden Album „GIO“, vereint  Einflüsse aus Italo-Pop, Soft-Rock und Blue Eyed Soul, elegant collagiert, aber auch mit einer gewissen Herzschmerz-Brüchigkeit versehen. 

Kaput freut sich sehr den Clip heute präsentieren zu dürfen. 

 

 

Johannes, wurde der Clip zu „Mirrors & Smoke“ denn auf dem Schloss Brühl bei Bonn gedreht? Kriegt man da so einfach eine Erlaubnis?
Johannes Stankowski: Ja, die Outdoor-Passagen haben wir am Schloss Augustusburg bei Brühl gedreht. Die Idee dazu kam vom Regisseur Janosch Pugnaghi (der für die Kölner Szene und darüber hinaus immer wieder tolle Musikvideos gemacht hat, u.a. für John Moods, Stephen Malkmus, Marker Starling) – nachdem ich den Wunsch geäußert hatte, einen Drehort mit amtlicher Grandezza zu picken.
Den Dreh selbst haben wir einfach so durchgezogen, keine Ahnung ob man da eigentlich eine Erlaubnis braucht. Die Reaktionen vor Ort waren lustig. Einerseits wird der vor dem Schloss befindliche Flanierpark offensichtlich viel von der ortsansässigen „Ghetto Youth“ genutzt, die sich lautstark und belustigt mittels diverser Sprüche sowie allgemeinen Gelächters bemerkbar gemacht hat:
„Dicker weißt du wie du aussiehst? Wie der Onkel von Apache 207!“
Aber sie fanden das alle ganz toll und ich musste sogar Autogramme geben, spätestens da war die Situation komplett weird.
Andererseits haben auch immer wieder Menschen in der Altersklasse 50+ angehalten und dem Treiben interessiert bis fasziniert beigewohnt. Insbesondere fand ich den Kommentar eines Mannes toll, der uns völlig gerührt von seiner AOR-Sozialisation Anfang der 80’er berichtet hat und wie sehr ihn das Lied (das wir für den Dreh die ganze Zeit laut über einen Ghettoblaster abgespielt haben) an seine Lieblingsbands Bread und Hall & Oates erinnert.
Die Bilder mit Nina Steimel haben wir im Carl-Duisberg-Park in der Nähe der Leverkusener Bayer-Werke gedreht, weil der Park vom Stil her die Schlossbilder gut matched und trotzdem nochmal klar als komplementärer Raum wahrzunehmen ist. Die Indoor-Szenen mit Philip Mancarella haben wir im Kölner Kunstsalon von Pit Bach gedreht.

Johannes Stankowski (Photo: Christian Faustus)

 

Johannes, direkt gefragt: „Mirrors & Smoke“ – ironische Brechung oder echte Sehnsucht?
Johannes Stankowski: Danke für die Frage. Ich habe einfach eine ehrliche Schwäche für bigger-than-life-Balladen und finde da auch nichts peinliches dran. Sowohl die italienischen Superstars (Lucio Dalla, Fabio Concato, Ricardo Cocciante etc) als auch die englischsprachigen Sachen gehen mir einfach sehr gut rein, ich liebe die große, grenzenlose Geste dieser Zeit einfach sehr. Phil Collins oder Whitney Houston, Hall & Oates, da sind immer wieder unverschämt gute Songs mit dabei, die mich komplett in den Wahnsinn treiben. Natürlich passt das Label “ironisch” auf den ersten Blick vielleicht ganz gut, zumal angesichts des AOR Revivals (insbesondere im Schlagschatten der ganzen Vaporwave Ästhetik) der letzten Jahre, allerdings würde ich mich da nicht rein rechnen wollen, da meine lebenslange Schwäche und Begeisterung für große Balladen für mich gefühlt sehr linear und schlüssig in diesem Song mündet.

Was kannst, was willst du zum Song denn noch mit auf den Weg geben?
Johannes Stankowski:“Mirrors & Smoke“ (eigentlich „Smoke and Mirrors“, hab aus phonetischen Gründen drauf geschissen) entspricht ja der deutschen Redensart „Schall und Rauch“ und ist eine Art wehleidiger Abgesang auf eine langjährige Beziehung. Der Protagonist ahnt, dass da ein Nebenbuhler aktiv ist und spürt die Liebe auseinanderbrechen. Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen oder Gegebenheiten sind nicht beabsichtigt und rein zufällig.

„Mirrors & Smoke“ von Gío ist auf Fun in The Church erschienen. 

Verlagssitz
Kaput - Magazin für Insolvenz & Pop | Aquinostrasse 1 | Zweites Hinterhaus, 50670 Köln | Germany
Team
Herausgeber & Chefredaktion:
Thomas Venker & Linus Volkmann
Autoren, Fotografen, Kontakt
Advertising
Kaput - Magazin für Insolvenz & Pop
marketing@kaput-mag.com
Impressum – Legal Disclosure
Urheberrecht /
Inhaltliche Verantwortung / Rechtswirksamkeit
Kaput Supporter
Kaput – Magazin für Insolvenz & Pop dankt seinen Supporter_innen!

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies and accept our data policy. More information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close