Thank Me later – Playlist

Thank Me later w/ Shelter Boy

Shelter Boy (Photo: Philipp Gladsome)

Musik bringt immer Assoziationen mit sich, manche mehr, manche weniger. Bei den Songs von Shelter Boy denkt man unweigerlich ans UK und wie so oft ist man damit dem eigenen Kopfkino auf den Leim gegangen. Im Fall von Simon Graupner, dem Mann hinter Shelter Boy, sind wir nämlich nicht in London oder Manchester sondern – in Leipzig. Reingefallen.

Geboren und aufgewachsen bei Zwickau, im 1000-Seelen-Dorf Königswalde um genau zu sein, träumte auch Graupner von der großen weiten Welt und der Weg dahin schien ihm so logisch wie Millionen Teenagern zuvor: Gitarre spielen in einer Indie-Band. Diese hieß Still Trees und nach einer EP und einem Album war klar, die Vision ist zu klein für einen, der es wirklich schaffen will.

Shelter Boy (Photo: Philipp Gladsome)

Die Liebe zur englischen Musikszene kam mit den Beatles, der Stunde Null britischer Coolness und Graupners große Liebe; von dort aus führten die Wege schon in früher Jugend durch die Weiten der Popgeschichte. Im Gegensatz zu vielen Musikern, bei deren Auflistung angeblicher Einflüsse man auch mal irritiert prüft, ob man nicht vielleicht irgendwo ein paar Zeilen verrutscht ist, kann man die musikalische Sozialisation bei Shelter Boy klar heraushören: Klassischer Britpop, der Indie-Hype der Nullerjahre und Dream Pop prallen auf HipHop und die Samples der Bedroom Artists der Generation DIY: Oasis meets Mac DeMarco meets Tyler, the Creator. Ein bisschen erinnert Shelter Boy an Jamie T, dessen frühe Tapes sich ebenfalls aus all diesen vermeintlich so gegensätzlichen Quellen speisten und im Ergebnis doch so viel mehr waren als nur die Summe der Einzelteile. Offensichtlicher und daher gern bemüht ist der Vergleich mit King Krule, was – neben der Stimme – sicherlich auch an der scheinbar grenzenlosen musikalischen Offenheit liegt, die sowohl Archy Marshall als auch Simon Graupner mit einer entspannten Selbstverständlichkeit in ihren Songs ausleben. Genre-Grenzen? Who cares?! Dabei entsteht ein zwischen Beats und Gitarre oszillierender, leichter und organischer Sound mit viel Groove und noch mehr Herz. Seit 2018 entsteht so ein schon recht beachtlicher Output aus Singles und EPs und mit jedem neuen Track zeigt sich, welch riesiges Potential in Shelter Boy steckt.

Das gefällt nicht nur hierzulande. Gerade unterschrieb Graupner bei diversen Labels, die von nun an den internationalen Markt abdecken und die neue Single „Atmosphere“ zu seinem ersten globalen Relase machen. Shelter Boy hat die Songs und die Attitude eines internationalen Acts, im Clip zu „Let ‚em go“ steht ihm Los Angeles schon ziemlich gut und ab jetzt ist der Rest nur noch eine Frage der Zeit. Vom Erzgebirge in die Welt, Baby. Was für eine Reise. “There’s nowhere you can be that isn’t where you’re meant to be” hat John Lennon mal gesagt. Und ein Beatle hat immer Recht.

Über musikalische Inspiration schreiben ist wie kochen im Fernsehen, es geht, erklärt aber nicht wie es schmeckt. Wir baten Simon um eine Playlist seiner Herzensmusik und bekamen eine wilde Mischung von Joe Jackson über Cosmo Pyke, Elvis und Slowthai bis zu – natürlich – den Beatles. Danke an Simon und euch viel Spaß beim Hören!

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