Thank Me Later – Playlist

Thank Me Later w/ Porridge Radio

Porridge Radio (Photo: El Hardwick)


Bereits letzte Woche fiel hier im Bezug auf das Folk-Duo The Ocelots der Begriff DIY. Auch Porridge Radio aus dem südenglischen Brighton werden gern mit diesem Prädikat vorgestellt, dabei hat die Band um Sängerin und Songwriterin Dana Margolin diese Gefilde mittlerweile schon verlassen. Nach dem 2016 in der heimischen Gerage aufgenommenen Debüt „Rice, Pasta And Other Fillers“ entstand der Nachfolger „Every Bad“ unter regulären Studiobedingungen.

Der Wandel vom Amateur zum Profi kann einer solchen Band das Genick brechen, falls man ihn dem Sound allzu sehr anhört. Das ist hier glücklicherweise nicht der Fall. Porridge Radio klingen zwar versierter, doch kein Stück weniger direkt. Weder musikalisch noch textlich wurde auf dem Zweitwerk glattgebügelt, was die Band ausmacht. „Every Bad“ ist so intensiv und persönlich wie ein Pressetext es üblicherweise von Platten behauptet, die genau das eben nicht sind. Margolin lässt jede mögliche Emotion vollkommen ungefiltert auf den Hörer los und nicht zuletzt dieser Mut macht das Album so spannend.

Für Postpunk, Grunge, Garage Rock oder Shoegaze mag „Every Bad“ sich ebenso wenig entscheiden wie die Chefin selbst fürs Ordnen ihres Gefühlschaos; die künstlerische Aufrichtigkeit beim Songschreiben ist beeindruckend. Margolin macht sich insgesamt ziemlich nackig und erinnert in der Art, ihr Innerstes zur Schau zu stellen und dabei nicht egozentrisch sondern ehrlich zu wirken, an Künstlerinnen wie PJ Harvey oder Patti Smith.

Die geplanten Konzerte wurden zwar abgesagt beziehungsweiseverschoben, doch Berlin darf sich derzeit für die Show am 16. September im Badehaus zumindest noch leise Hoffnungen machen. Bis dahin empfiehlt es sich, den Instagram Account im Auge zu behalten. Dort gibt’s schonmal ein Gitarren-Tutorial oder auch eine „make your own zine“-Bastelstunde mit Dana. Auch die seitens des Kaput Mag sehr gern vorgeschlagene Alternativbeschäftigung für daheimgebliebene Musiker stieß auf Gegenliebe und Dana reichte eine vorzügliche Playlist ein:

„Hey, here’s some songs I like that help me feel calm and a bit better when I’m feeling a bit low, but still allow me to be a bit emo if that’s what I need. Hopefully a relatable lockdown mood …“

Clairo, Bill Callahan, Sorry, Charlotte Gainsbourg, Our Girl, boygenius – was will man mehr?!
Auf in ein schönes Wochenende:

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