»Der Klang von Kaiwa« I–VIII: Konstellationen & Musiker:innen

Kapute Szene »Der Klang von Kaiwa«

Große Neuigkeiten zum fast noch Jahresstart 2026. Wir haben mit „Kapute Szene“ einen nicht- kommerziellen Ausstellungs- und Performanceraum gegründet. Der Raum in der Kyfhäusserstr. 31 (Hinterhof) soll ein transdisziplinärer Knotenpunkt in Köln werden, der offen ist für Stimmen, die sonst selten gemeinsam in Erscheinung treten. Es soll ein experimentierfreudiger Ort werden, an dem neue Dialogformen zwischen Bildender Kunst, Sound, Theorie und Performance ausgelotet werden.

Für 2026 haben wir ein umfangreiches Ausstellungsprogramm namens »Kaiwa no 2/3« (japanisch für „im Dialog“) geplant, das 4 Doppel-Ausstellungen mit nationalen und internationalen Künstler:innen umfassen wird. Zudem gibt es mit »Der Klang von Kaiwa« ein acht Performances umfassendes Konzertprogramm innerhalb der Ausstellungen.

„Kapute Szene“ ist als Bühne für Musik, Sound und Performance konzipiert, die zwischen Improvisation, Komposition, elektronischer Avantgarde angesiedelt sind. Die Konzerte finden immer tagsüber und bevorzugt an den Wochenenden statt.

Doch bei diesen Reihen soll es nicht bleiben. Wir verstehen „Kapute Szene“ als offenen Ort, an dem unregelmäßig-regelmäßig Konzerte, Lesungen, Talks, Filmscreenings von uns aber auch anderen stattfinden können.

»Der Klang von Kaiwa« wird vom Musikfonds e.V. / Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)  und dem Kulturamt der Stadt Köln gefördert.

 

 

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»Der Klang von Kaiwa« I–VIII: Konstellationen & Musiker:innen

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Miki Yui & Asmus Tietchens – 11. April, Kapute Szene

Miki Yui arbeitet mit den leisesten Registern der Wahrnehmung. Ihre elektroakustischen Kompositionen entwickeln eine Sprache der Feinheit, in der Alltagsgeräusche, Field Recordings und kleinste elektronische Modulationen zu musikalischen Ereignissen werden. Sie stellt das scheinbar Nebensächliche ins Zentrum und etabliert so eine radikal eigenständige Ästhetik: eine Musik, die dem Zuhören selbst einen neuen Status verleiht.
Asmus Tietchens zählt zu den konsequentesten Gestalten experimenteller Elektronik in Deutschland. Seit den frühen 1980er-Jahren verfolgt er eine Linie radikaler Reduktion: Klang wird zum Material, das in präzise organisierte Formen überführt wird. Seine kompromisslose Eigenständigkeit entwickelt eine poetische Strenge, die sich jeder Genreanpassung entzieht.
Gemeinsam veröffentlichten Yui und Tietchens 2021 auf dem Düsseldorfer Label TAL das Album „Neues Boot“. Ein weiteres ist für 2026 geplant. Duo-Auftritte sind jedoch äußerst selten.

Li-Chin Li & Matthias Kaiser – 9. Mai 2026, Kapute Szene

Die taiwanesische Sheng-Spielerin, Improvisatorin und Klangkünstlerin Li-Chin Li bewegt sich souverän zwischen zeitgenössischer Musik, freier Improvisation und experimentellem Musiktheater. Sie versteht die Sheng als Medium, das tradierte Klangvorstellungen aufbricht und zugleich ihre kulturelle Herkunft produktiv fortschreibt.
Der Geiger Matthias Kaiser konzentriert sich auf frei improvisierte Musik und experimentelle Spielweisen, bei denen Objekte und Elektronik seine Violine erweitern. Seine Arbeit oszilliert zwischen Komposition, Improvisation und Zufall, oft in grafischen und verbalen Partituren. Besonders prägend ist seine Zusammenarbeit mit Musiker:innen der chinesischen Szene, die eine andere Perspektive auf Ursprünglichkeit und Raum eröffnet.

Zum Zeitpunkt des Konzerts wird in der Kapute Szene eine Ausstellung des in Los Angeles lebenden Künstlers Niko Chodor zu sehen sein. 

Joe Baiza & Ece Özel

Der in Los Angeles lebende Künstler Joe Baiza ist bis dato in Europa primär für seine musikalischen Arbeiten mit Bands wie Universal Congress Of, Saccharine Trust und October Faction in der US-amerikanischen Punk- und Jazz-Avantgarde-Szene (rund um das epochale Label SST Records) bekannt. Sein zeichnerisches Werk hingegen ist leider noch viel zu unbekannt, was wir durch die parallel angesetzte Ausstellung ändern wollen. Die Arbeiten von Baiza kreisen um soziale Bewegungen, Improvisation und visuelle Notationen und sind tief verwoben mit seiner musikalischen Praxis — Linien, Farben und Formen scheinen nicht nur dokumentierend, sondern improvisierend, atem- und ruhelos. Baiza bringt in die Ausstellung die Energie des Unerwarteten, das Randständige, das Zwischenraumhafte – seine Bilder sind zugleich persönliche Statement und Gemeinschaftsraum. Es wird das erste Deutschland Konzert von Baiza seit langer Zeit sein.

Analog zu Baiza ist auch Ece Özel bislang vor allem durch ihre Arbeit als DJ und Klangarchäologin bekannt, in der sie Räume durch Sound, Rhythmus und Auswahl formt. Geboren und aufgewachsen in der pulsierenden Punk-Szene Istanbuls (die sich unter schwierigen politischen Bedingungen behauptet und Räume für queere und experimentelle Kunst schafft), hat sie sich über die Jahre hinweg vom Post-Punk zum elektronischen Kosmos vorgearbeitet, stückhaft, experimentell und mit Hang zum Dunklen und Schimmernden zugleich. Auch ihre Malerei ist von diesem Dialog der Stimmungen gezeichnet und verbindet abgründige, geheimnisvolle, mysteriöse Atmosphären mit funkelnden, scheinenden, ja flirrenden Momenten.

Hanna Schoerken & Jun-Y Ciao – 20. Juni

Hanna Schoerken verbindet klassische und jazzorientierte Gesangsausbildung mit freien Formaten. Ihre Stimme ist wandelbares Instrument zwischen improvisierter Elektronik, Jazz und Neuer Musik.
Jun-Y Ciao, aus Shanghai stammend, arbeitet mit Saxophon, Elektronik und als Labelbetreiber. Sein Album Learning from Insects erkundet rohe, direkte Klanglichkeit ohne Narrativ, dafür im Ereignis selbst.
Das Duo Schoerken–Ciao bringt europäische Vokaltradition mit radikaler Klangforschung in Dialog: Stimme trifft auf Saxophon und Elektronik – ein Spannungsfeld zwischen Ausdruck und Geräusch.

Zum Zeitpunkt des Konzerts wird in der Kapute Szene eine Ausstellung des in Los Angeles lebenden Künstlers Joe Baiza sowie der in Istanbul lebenden Künstlerin Ece Özel zu sehen sein. 

Ludwig Wandlinger & Yves B. Golden – 4. Juli

Ludwig Wandlinger arbeitet im Spannungsfeld von elektronischer Musik, Clubkultur und Klangkunst. Seine reduzierten Produktionen ordnen minimale Strukturen zu präzisen Texturen, die künstlerische Forschung und musikalische Praxis verbinden.
Yves B. Golden ist Schriftstellerin, Performerin und Klangkünstlerin. Sie verbindet Sprache, Stimme und Klang zu Resonanzräumen, in denen Identität, Erinnerung und kulturelle Codierung zentral sind.
Zusammen entwickeln Wandlinger und Golden ein offenes Archiv aus Stimmen und Sounds – mehr als Kollaboration, ein Gespräch zwischen Kulturen, Disziplinen und Medien.

Zum Zeitpunkt des Konzerts wird in der Kapute Szene eine Ausstellung des in Los Angeles lebenden Künstlers Joe Baiza sowie der in Istanbul lebenden Künstlerin Ece Özel zu sehen sein. 

Saskia von Klitzing & tba – tba

Saskia von Klitzing (unter anderen Fehlfarben, Caspar Brötzmann Massaker) bringt die Energie von Punk ins Feld freier Improvisation. Ihr Schlagzeugspiel ist kraftvoll, pulsorientiert und zugleich flexibel.

 

Nika Son & Shuoxin Tan – tba

Nika Son arbeitet zwischen Musik, Bild und Performance. Ihre elektroakustischen Collagen aus Field Recordings, Stimme, Geräusch und visuellen Elementen schaffen atmosphärische Geflechte, die sich eindeutiger Lesbarkeit entziehen. Sie ist prägende Akteurin der Hamburger Experimentalszene und Mitinitiatorin des Papiripar Festivals.
Die aus Peking stammende Klangkünstlerin Shuoxin Tan lebt in Köln und studiert seit 2020 am Institut für Musik und Medien Düsseldorf. Sie verbindet algorithmische Akustik, Klangontologie und Lacansche Topologie. Mit SuperCollider entwickelt sie kollaborative Performances, oft über das Internet, und erforscht so das Verhältnis von Klang, Wahrnehmung und Erkenntnis.

 

Hasan Poppu (Thomas Venker & Jens-Uwe Beyer)  – 14. November, Kapute Szene

Jens-Uwe Beyer arbeitet als Produzent (Popnoname), Labelbetreiber (Magazine Records) und Galerist (JUBG). Seine Musik erforscht das Spannungsfeld aus Ambient, Pop- und Clubmusik.
Thomas Venker ist Publizist, Journalist, Hochschuldozent, Kurator und Musiker, Herausgeber von Kaput – Magazin für Insolvenz & Pop und langjähriger Chefredakteur des Intro-Magazins. In Projekten wie Hasan Poppu wird seine Reflexion über Popkultur performativ.
Hasan Poppu versteht Pop als offenes Feld: mal Dada, mal Musique concrète, mal futuristische Clubmusik, mal kontemplative Klangreise. Pop wird bis zur psychedelischen Weite gedehnt – und zugleich kritisch befragt. Derzeit arbeiten Beyer und Venker am Nachfolgealbum, das passend zur Kapute szene Performance auf Osram Editions erscheinen soll.

 

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