Freitag, 20.09.2019
Record of the Week

Octo Octa “Resonant Body” (T4T LUV NRG)

Octo Octa
“Resonant Body”
(T4T LUV NRG)

My body is resonant; it has the capacity to radiate power and love.
My body is energy; it pulses every moment as it ebbs and flows
My body is forever; it has a form now and will hold new patterns in the future.

Für Maya Bouldry-Morrison alias Octo Octa war Musik schon immer eine Methode zur Selbstfindung, die die Entwicklung ihrer Identität ausdrückte. Die Producerin und DJ aus New Hampshire bezeichnet sich seit 2016 als trans und sagt, dass frühere Alben wie „Between Two Selves“ „codierte Botschaften“ ihrer Erfahrungen gewesen seien. Auf „Resonant Body“ ist sie deutlicher zugange: It’s all about body.

Octo Octas musikalische Wurzeln liegen im perkussiven Chaos von Drum’n’Bass und Breakcore, auf dem neuen Album sind glamouröse Neunzigerjahre-House-Einflüsse hinzugekommen – mit großartigen Ergebnissen wie „Spin Girl, Let’s Activate!“, in dem sich Acid-Euphorie mit einem typischen House-Piano zu einem ausufernden Rave verbündet. „Imminent Spirit Arrival“ und „Deep Connections“ laufen auf geschmeidigen Synthiemelodien mit gewagten Breaks, das plakative „Move Your Body“ featuret Rap-Samples, im flirrenden, schier zerberstenden „Ecstatic Beat“ huldigt Octo Octa wenig sentimental sondern in-your-face ihrer Drum’n’Bass-Liebe. Am beeindruckendsten sind der Trance-Ambient-Track „My Body Is Powerful“ und das Vocal-House-Stück „Can You See Me?“: selbstbewusste, optimistische Empowerment-Hymnen für die Community und sich selbst.

Octo Octas Botschaft ist es, dass der Dancefloor für alle offen sein muss. Party mit Liebe und Respekt, oder, etwas esoterischer: Musik kann uns heilen, wenn wir uns aufeinander einlassen. Dem (beinah) strictly-Dance-Modus des Albums widerspricht es daher nicht, dass „Resonant Body“ zumindest in punkto Produktionsbedingungen Bouldry-Morrisons naturverbundenste Arbeit bisher ist: Aufgenommen in einer zum Studio umfunktionierten Waldhütte, in der Nähe eines Flusses konnte sich die unmittelbare, unwiderstehliche House-Energie offensichtlich ungehindert entfalten – in einen Trip, der Hedonismus und Achtsamkeit zugleich will und möglich macht.

Wer sich das Album zulegt, bekommt nicht nur acht tolle Tracks, sondern tut außerdem ein gutes Werk: Octo Octa spendet die Hälfte des Gewinns aus „Resonant Body“ an das Sylvia Rivera Law Project (SRLP), das sich dafür einsetzt, dass Menschen ihre Geschlechtsidentität unabhängig vom Einkommen bestimmen können.
Christina Mohr

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