Record of the Week

Mondo Sangue „VEGA-5 Avventure nel Cosmo“

Mondo Sangue
„VEGA-5 Avventure nel Cosmo“
(allscore)

Das Konzept ist einfach zu gut, um es vorschnell aufzugeben: Nach “L’Isola dei Dannati” und “No Place for a Man” haben Christian Bluthardt und Ivy Pop alias Mondo Sangue einen dritten Film erfunden, der zwar nie gedreht wurde, zu dem es aber einen grandiosen Soundtrack gibt. “VEGA-5 (Avventure nel Cosmo)” heißt das neueste Werk der beiden Stuttgarter Kinofreaks, und ist der Score zu einem fiktiven Science-Fiction-Film aus den sechziger Jahren, angelehnt an retrofuturistische Serien wie “Raumpatrouille Orion”, “Kampfstern Galactica” oder “Star Trek”.

Mondo Sangue betreiben ihre Meta-Fiktion bis ins kleinste Detail: “Avventure nel Cosmo” kommt in quasi-authentischer B-Movie-Ästhetik daher, der auf 666 (!) Exemplare limitierten Vinyl-LP sind eine Lentikularkarte und ein echter Meteoritensplitter beigepackt. Nach Kannibalenfilm und Spaghetti-Western ist die Ausdehnung ins Weltall eine völlig logische Entwicklung, und selbstverständlich gibt es zur Musik eine abgespacete Rahmenhandlung, die im Jahr 2022 (also gar nicht weit weg von hier und heute!) spielt: Die Besatzung der VEGA-5 bricht zu neuen Abenteuern in den Weltraum auf, mit an Bord sind Commander Laura B. Lee, Wissenschaftlerin Dr. Cassandra Mars, Forscher Ted Rizzo, ein Roboter-Android namens VHX2000 und Abenteurer Dirk Dawson, dessen unverkennbares Crooning im Song “Space Cowboy – Lo Straniero del Pianeta X” ihn als trommelndes Mitglied eines recht bekannten Trios ausweist (Tipp: Der Name der Band beginnt mit einem “Ä”). Monsterinsekten, schwarze Löcher und Supernovas behindern die Reise der VEGA-5 durchs All, untermalt von Bluthardts und Pops Kompositionen, die von bombastischen Kino-Musiken der Siebziger bis zu den synthielastigen Achtzigern inspiriert sind.

Wobei “VEGA-5” deutlich songlastiger ist als die Vorgänger-Soundtracks, die besonders auf Sound und Atmosphäre aufbauten: So funktionieren das von Ivy in bester Italo-Schmachtfetzen gehauchte “Zero Gravity Love” oder das nostalgische Duett “Laura is having Drinks on Alpha 3” auch losgelöst vom durch den Weltraum gleitenden Mutterschiff. Mondo Sangue haben mit ihren fiktiven Soundtracks ein eigenes Genre geschaffen, das eskapistisch und zeitlos gleichermaßen ist – ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Film, den es nie gab.

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