Kaput x Pop-Kultur x Mazlum Nergiz

Mazlum Nergiz: „… lass uns mal nicht über Sex reden, sondern die Möglichkeit herstellen, Intimität zu haben.“


Vom 25. bis 28. August findet in Berlin in der Kulturbrauerei das Pop-Kultur-Festival statt. Als Countdown zum Festival haben Kaput und Pop-Kultur eine Instagram-Live-Serie aus vier Talks konzipiert. Nach den Auftaktveranstaltungen mit Ian Isiah und Liraz Chari tauschten sich am 11. August nun Leyla Yenirce und Thomas Venker mit Mazlum Nergiz aus, der für das Festival die exklusive Auftragsarbeit „Rivers“ verwirklicht. 

Hier einige Highlight-Zitate aus dem Gespräch – und der leicht editierte Mitschnitt.

„Der Ort ist total besonders für mich. Ich suche genau diese grenzüberschreitenden Erfahrungen – nämlich: Text und Klang im Raum zu verbinden – schon seit drei Jahren. Das hat angefangen, als ich in Weimar Medienkunst studiert habe und jetzt in Amsterdam den Theater-Masterstudiengang abgeschlossen habe. Wo ich nochmals dieser Frage nachging, wie ein Text durch Musik noch mehr erzählen kann? Und wie funktioniert diese Suche nach dem mehr vor allem im Raum?“

„In dem Text, an dem ich gerade mit einer Schauspielerin für Pop-Kultur arbeite, „Rivers“, geht es um einen relativ kalten Erzähler, der sich entscheidet sein Leben … dieses hedonistische Motiv, alles abzubrechen und loszuziehen in die Welt. Er zieht in eine fremde Stadt und begibt sich dort an Orte, wo auch Männer hingehen, die anonymen Sex mit Männern suchen, geht cruisen. Es geht gar nicht so stark um die Beschreibung von Sex in diesem Text, sondern eher um das Verhältnis von Risiko und Gefahr und Sexualität.“

„Nach anderthalb Jahren immer wieder mal stattfindenden Lockdowns sind mein näheres soziales Umfeld und ich völlig ausgehungert nach Körperkontakt mit anderen – bei gleichzeitiger Furcht, bei gleichzeitiger Panik, die wir alle haben, jetzt überhaupt jemand Fremdes kennenzulernen. Das übersteigt natürlich auch den sozialen Kosmos von queeren Orten, die saver spafes herstellen, damit Menschen Sex haben können – lass uns mal nicht über Sex reden, sondern die Möglichkeit herstellen, Intimität zu haben.“

„Es geht nicht darum, zu sagen, dass es die Grenzen nicht gibt. Ich will nicht sagen: Alles ist gleich. Es geht darum, wirklich die Tiefenbohrung dadurch herzustellen, dass man mit anderen Künsten in den Dialog tritt.“

 

Among the confirmed artists of Pop-Kultur 2021 are rap innovator LAYLA, soul and hip-hop queen Danitsa, actor and musician Alexander Scheer in the role of David Bowie, nextgeneration rapper Serious Klein, 90/00 R&B phantasm Erika de Casier, literary rioters Stefanie Sargnagel and Hengameh Yaghoobifarah, free spirit Liraz, vocal force Tara Nome Doyle, psychedelic experimental phenomenon Księżyc, theatre maker Mazlum Nergiz and sex-positive musician Preach. Ata Canani, the heart and musical voice of Turkish guest workers, is also present – as is Culk with her masterful deconstruction of language, vocal high-flyer Dan Bodan, saz player Petra Nachtmanova, flow machine Flohio and the RambaZamba Theater’s »Studio 21« project. They, along with many others, crystallise an artistic programme that makes one thing clear: there’s not only one form of pop music or pop culture.

 

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