Record of the Week

Various Artists „KlapYaHandz Vol.1: The Cream of the Crop“

Various Artists
„KlapYaHandz Vol.1: The Cream of the Crop, 2001-2011“
(EM Records)
Wer schon einmal das Vergnügen hatte, Koki Emura, das Mastermind des in Osaka ansäßigen EM Records Labels in Person zu erleben, der weiß um die sympathisch kultivierte, unprätentiöse Exzentrik des Mannes (eine so nicht oft vorzufindende Kombination). Wer sonst könnte einen Vortrag über die DIY-Kultur Japanischer Labels (also auch seines eigenen kleinen 1-Mann-Imperiums) mit diversen Wikipedia Zitaten unterfüttern.

Der feine Humor, der in einer solch Inszenierung steckt, der zeichnet auch seine leidenschaftliche Suche nach neuer (und alter) Musik für das Label aus. So divergent die Labeldiskografie (von aktuellen Electro-Maxis über Jamaica-Dub hin zu Thai- und J-Pop), so spürbar zu jederzeit der Herzschlag des suchenden Fans und seine geradezu ethnologische Fähigkeit, die Genre-Feinheiten und soziokulturellen Unterschiede genau zu erfassen, aber eben auch die Verbindungslinien.

Mit „The Cream of the Crop“ arbeitet sich Emura nun an KlapYaHandz ab, dem Labelkonstrukt eines anderen DIY-Tausendsassa, des Kambodschaners Sok Visal. Und Boy, was für ein wundervolles Universum er uns hier eröffnet. KlapYaHandz ist ein, sagen wir: urbanes HipHop Label, nur dass sich die Produzent_innen eben in klassischer Rap-Selbstermächtigung an den lokalen Sounds und Verhältnissen ihrer Umwelt abarbeiten und nicht an fernen Welten. Klanglich muss man dennoch sofort an amerikanische und französische HipHop-Produktionen der ersten Generation denken (beides Länder, in denen Sok Visal gelebt hat), was primär an der Vorliebe der Künstler_innen für geloopte Melodie-Samples und geradezu cheesige Pop-Flächen liegt (das Vol.1 deutet es an, wir befinden uns in der Frühphase der lokalen Rap-Welteroberung, in den 1980er Jahren), aber der Zuckerguss ist zun einen brüchig und bringt auch viel spürbaren Spott rüber, zum anderen – da nehmen sich die HipHop-Entwürfe aus Kambodscha und vergleichbare Amerikanische Produktionen nichts – sind Dub-, Funk- und Popeinflüsse allgegenwärtig.

Die Veröffentlichung kommt mit einem 36seitigen Booklet mit englischen Linernotes, für alle, die sich etwas tiefer in die frühen Tage der Hiphop-Szene von Kambodscha hineinfuchsen wollen.

„The Cream of the Crop“ on Bandcamp 

 

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