Nachruf oder so

„EMMA ließ Macker aufheulen vor Angst, vor Wut – traurig aber, wo die Reise dann hinging“

Auf dem Dorf, in dem wir in den 70ern lebten, war meine Mutter aktiv in der „Frauenaktion“. Ein emanzipatiorischer Zusammenschluss vor allem von Müttern, die sich befeuert vom Post-68er-Zeitgeist nicht mehr mit der gesellschaftlichen Benachteiligung abfinden wollten.
Als Kind in den 80ern waren mir ihre Positionen suspekt, ich verstand nix und hielt mich an die mackerigen, abwertenden Äußerungen von Vater, der nichts für das Engagement übrig hatte. Er fühlte sich davon wohl eher bedroht in seinem Status, das spiegelte ich.
Ein weiteres Jahrzehnt später.
Ich studierte in Darmstadt. Damit einher ging das Hinterfragen von tradierten Männlichkeitsrollen. Diese ganzen scheiß Männlichkeitsrollen, die ja eigentlich eh nie auf mich gepasst hatten.
Ich begann, neben Spex auch die EMMA zu kaufen. Ich wollte die als öde empfundene, spießige Provinz herausfordern. Das ging sehr gut – vor allem mit der EMMA. Alice Schwarzer ließ die allermeisten Typen aufheulen, vor Angst und Wut. Das gefiel mir.
Irgendwann verlor ich das Blatt aus den Augen.
Okay, der geplatzte und unprofessionell begleitete Chefredakteurinnenwechsel (Lisa Ortgies tat mir damals sehr leid) ging nicht an mir vorbei.
Schon längst in Köln lernte ich dann eine Redakteurin des Blattes kennen.
Einmal besuchte ich sie sogar in dem berüchtigten Frauenturm in der Kölner Südstadt, wo die Redaktion residierte. Für meine persönliche Vita wurde es dann doch nochmal richtig bedeutsam, als ich einen großen Artikel in der EMMA schreiben konnte – über Sexismus in der Musikbranche. Kurz darauf veröffentlichte das Magazin auf seiner Webseite auch noch ein Portrait von mir über die Band Schnipo Schranke.
Schon damals nahm ich natürlich die Risse wahr, die sich hinsichtlich etlicher Positionen zwischen mir und dem Blatt auftaten. Aber ich tröstete mich darüber hinweg, dass die bloße Existenz des Magazins immer noch die Richtigen auf die Palme brachte.

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Serie zu (pop)kulturellen Artefakten des negative turn

NEGATIVE APPROACH IV: „LITERATURSCHAU“

Cultural turn, practice turn, spatial turn: Die Kultur- und Sozialwissenschaften haben im 20. Jahrhundert verschiedene Wenden durchlebt, die ihre Disziplinen neu ausgerichtet haben. Seit Beginn der 2020er-Jahre gehen von der Geografie Signale aus, die womöglich einen neuen Umbruch ankündigen, dessen Kontouren auch in anderen Fächern sichtbar wer…

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Annie Bloch, Parissa Charghi, Victor Fox, Florian Herzog, Tabea Kind & Kateryna Kravchenko

Die NICA-Klasse von 2026

Jüngst wurde nun der neuste NICA Jahrgang bekannt gegeben: Annie Bloch, Parissa Charghi, Victor Fox…

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Punk-Special von Kaput - Magazin für Insolvenz und Pop und Gegenüber dem transatlantischen Magazin des Goethe-Institut

Jan Röhlk: „Ich warte jetzt nicht mehr, bis ich 67 bin – ich mache jetzt alles, was geht, von meiner Traumliste“

Die „Gnade der späten Geburt“ eröffnet oft einen eigenen Zugang zur Geschichte: Man erlebt sie…

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Punk-Special von Kaput - Magazin für Insolvenz und Pop und Gegenüber dem transatlantischen Magazin des Goethe-Institut

Liebe in Zeitlupe: Peter Sempel – Portrait eines dem Punk treu gebliebenen

Seitdem der Filmemacher und Fotograf Peter Sempel am 20. März diesen Jahres vier Tage vor seinem 72…

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Bilderbuch im Kaput-Interview: Ein Rückblick auf die stärkste Diskografie Österreichs – mit Frontmann Maurice Ernst

Maurice Ernst: „Das Suchen und das Explorieren sind für mich zentrale Bestandteile von Bilderbuch“

Es wird immer klarer: Die österreichische Band Bilderbuch kann die beste deutschsprachige Diskograf…

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Record of the Week

Cinematic Feeling: „Dopamine Chamber“ von Fontaines D.C.

„I’m gonna be big“, hieß es bereits im ersten Song auf dem ersten Album von Fontaines D.C.  

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Kaput – Magazin & Initiative Musik feat. APPLAUS-Award

Waldo Riedl (domicil, Dortmund): „Man möchte eigentlich nur Bands auf die Bühne bringen“

Wer heute vom Dortmunder Hauptbahnhof ein paar Schritte in die Innenstadt geht, landet schnell vor e…

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