Primavera Sound 2022

E´s & Wizz in Barcelona – zurück im Primavera Sound Lalaland

Manch andere und jüngere Festivalgänger:innen sind ja schon im vergangenen Jahr wieder in das alte Habitat Festival hineingekrochen, die etwas schüchterneren und auch verletzlicheren Semester über sagen wir mal 35 haben sich das noch aufgespart für die Saison 2022. Nun aber kennen auch sie kein halten mehr und drängeln sich wieder bis in die ersten Reihen vor, wie das erste Wochenende des Primavera Sound 2022 in Barcelona gezeigt hat. 

90.000 Zuschauer:innen haben sich an diesem ersten Wochenende des Primavera eingefunden. Ich wiederhole: 90.000. Das Gelände ist dementsprechend bei der offiziell zwanzigsten Edition auf einen Radius von gefühlt zehn Fußballfeldern angewachsen – wahrscheinlich sind es sogar derer noch mehr, aber dank VIP-Pass muss man nicht den ganz großen Laufbogen absolvieren, der die beiden Areale (die man grob in Hauptacts / Indie-Bands sowie Elektronische Musik und mehr einteilen kann) verbindet und ein bisschen an jene Bahnen erinnert, in denen Tiere zur … ich schreib es jetzt mal besser nicht aus; die Kritik an den Veranstalter:innen dafür ließ jedenfalls nicht lange und zu Recht nicht auf sich warten, Hitze und schwierige Getränkebedingungen (der zweite Kritikpunkt waren die teilweise absurd langen Schlangen an den Bars für die regulären Besucher:innen) erschwerten es doch sehr.

Der positive Effekt des großen Geländes: noch mehr Bühnen (insgesamt derer zwölf oder vielleicht auch 13…) und somit dermaßen viele Bands und Künstler:innen im Lineup, dass man ständig den FOMO im Nacken spürt (zumal man eben auch immer abwägen muss, ob die Distanz a) logistisch hinhaut und b) zu diesem Zeitpunkt den Energieaufwand wert ist (ein bisschen wie beim Marathon, wo man sich die Kraft ja, so sagen es zumindest jene, die erfolgreich ins Ziel kommen, gut einteilen muss).
Anyway: selbst wenn man 3/4 dessen verpasste, was man auf der Longlist hatte, die erlebte shortlist sollte genug Happness stiften – und den Rest besorgten die vielen viel zu lange vermissten internationalen Freund:innen sowie die „E´s and Wizz“ und die „Ccoaine Piss Cool Party“.

Das Dj-Set von Optimo am ersten Abend war überwältigend schön, ein Gathering von Freund:innen und einer ausgelasseneren aber (zumeist) auch rücksichtsvollen Crowd (die Ausnahme der Typ, der spät in der Nacht auf die Tanzfläche pinkeln sollte, zum Glück verpasste ich diesen ihm posteuphorischen Moment und bekam ihn nur vom Rest der Kaput-Prima-Crew berichtet) – und auch für Jonnie und Keith von Optimo war es ein ganz besonderes Set, wie die Photos und Videos zeigen.

Gänsehaut bescherten zudem die Auftritte von Nick Cave & The Bad Seeds (die kurz zuvor zwei Menschen aus ihrem engeren Umfeld verloren hatten, nachdem Nick jüngst erst bereits seinen zweiten Sohn viel zu früh verloren hatte), Caribou, die durch den Covid-bedingten Ausfall der Strokes auf die Hauptbühne nachrücken durften und davon schlichtweg happy überwältigt waren, sowie Tyler, The Creator, der wie kein(e) andere(r) Künstler:in des Festivals mit der Crowd zu spielen wusste, ein Magier der Worte und ein Hypnotiseur der Menschen. Und dann war da der Moment, als Mos Def (der in Barcelona lebt) die Bühne als Gast der Gorillaz betreten hat und die geschätzt 80.000 Besucher:innen, die sich in diesem Moment vor dieser Bühne tummelnden, schlichtweg ausflippten.
Ich könnte ewig so weitererzählen, von Jeff Mills, der über zehn Minuten einzelne Takte aus „Knights of the Jaguar“ von Dj Rolando anteaserte und nie vollständig erlöste oder eben genau so ewig erlöste; von Dreamcatcher, die als erster K-Pop Act auf dem Primavera spielen durften und Albträume für uns alle mitgebracht hatten; und natürlich von meinem Buddy Dave P, der das letzte Set des ersten Wochenende des Festivals spielen durfte und mich abermals entgegen aller vorheriger Ambition auf die Bühne zu locken vermochte zum Abschlusstanz (siehe Photo weiter unten), für mich neben dem Set von Optimo die ergreifendsten zwei Stunden des Festivals.

Gut, dass ich die Ambition, an beiden Wochenende  teilzunehmen, doch noch selbst negiert hatte in einem Moment der Klarsicht, mein Körper ist jetzt noch auf der Suche nach Zucker, um das letzte zu verarbeiten, um es mit der britischen Popband Baxendale zu sagen. Aber ich würde lügen, würde ich nicht zugeben, prächtig mächtigen FOMO angesichts dessen zu haben, was ich an diesem zweiten Wochenende alles verpasse.
Mein Herz ist aber sowieso immer noch auf dem Primavera – und ich bin mir sicher, ich werde auch via Postings und persönliche Nachrichten einige „Flashbacks“ an den kommenden drei Tagen haben.

Ich weiß nicht, ob ich es noch erwähnen muss, aber für alle, die nicht zwischen den Zeilen lesen können: Primavera 2023, Das kaput Team ist auf jeden Fall mit dabei.

Einige kapute Highlights des Primavera Sound 2022, festgehalten von Vivan Thi Tang, Alex Lemieux & Thomas Venker.

 

 

Die Top 5 Performances des Wochenendes in keiner speziellen Reihenfolge: 

 

Optimo

 

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Mavis Staples

 

Tyler, The Creator

Jeff Mills

Mos Def / Gorillaz

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